Ying Li gewinnt den 1. Premio Internazionale Antonio Mormone in Mailand

Die junge Chinesin überzeugt die internationale Jury beim PIAM und nimmt neben dem ersten Preis auch den Carl Bechstein Preis mit nach Hause.

13.07.2021

Soeben wurde im legendären Teatro alla Scala in Mailand die erste Preisträgerin des Internationalen Klavierwettbewerbs Antonio Mormone gekürt. Dieser neue Wettbewerb, gegründet von Enrica Ciccarelli und der Stiftung Società dei Concerti, wird nach deren Gründer Antonio Mormone benannt und verschreibt sich der langfristigen Förderung seiner PreisträgerInnen. Der 2017 verstorbene Namensgeber Antonio Mormone war eine wichtige Persönlichkeit der Mailänder Kulturszene und bekannt für seinen Einsatz für junge Pianistinnen und Pianisten. Zu seinen Schützlingen zählt unter anderem Evgenij Kissin, der dem diesjährigen PIAM als Ehrenpräsident beiwohnte.

Der Wettbewerb war ausgeschrieben für junge Pianistinnen und Pianisten im Alter von 18 bis 28 Jahren und erfolgte in drei Runden. Nach einer ersten Videobewerbung wurden zehn PianistInnen im Semifinale von einer „reisenden Jury“ ein halbes Jahr lang begleitet. Diese reisende Jury, eine Besonderheit des PIAM, bestand unter anderem aus den StarpianistInnen Ingolf Wunder, Alexej Volodin und Olga Kern sowie international erfolgreichen ProfessorInnen, Dirigenten und KulturmanagerInnen und besuchte die SemifinalistInnen in ihren regulären Konzerten sowie bei speziell organisierten Recitals in Mailand und Rom und bildete sich so ihr Urteil.

Aufgrund der Corona-Pandemie im Jahr 2020 ausgefallen, fand die letzte Runde mit den drei FinalistInnen Su Yeon Kim, Piotr Pawlak und Ying Li nun vom 7. bis 11. Juli in Mailand statt. Sie bestand aus je einem Recital, einem Kammermusikkonzert sowie einem abschließenden Klavierkonzert mit dem Orchestra dell’Accademia Teatro alla Scala dirigiert von Toshiyuki Kamioka, das mit Presse- und Fernsehteilnahme große mediale Aufmerksamkeit erhielt. Alle Konzerte dieser Runde fanden auf einem neuen C. Bechstein Konzertflügel D 282 statt, der extra zu diesem Anlass von unserem Partner Fabbrini Pianos ausgewählt und exzellent vorbereitet wurde und die KandiatInnen zu Höchstform auflaufen ließ. Auftritte der letzten Runde sind auf dem Youtubekanal des Premio Internazionale Antonio Mormone nachzuhören.

Die drei FinalistInnen

Mit Prokofjews zweitem Konzert überzeugte der 22-jährige Piotr Pawlak aus Danzig, der bereits in zahlreichen, Frederic Chopin gewidmeten Wettbewerben, Preise erzielte sowie im Oktober 2015 als jüngster Teilnehmer am Internationalen Chopin-Klavierwettbewerb in Warschau teilnahm.

Die südkoreanische Pianistin Su Yeon Kim, die gerade als Gewinnerin des ersten Preises beim Concours musical international de Montréal 2021 aus Kanada zurückgekehrt ist, beeindruckte mit Tschaikowskis erstem Klavierkonzert.

Schließlich entschied jedoch Ying Li den Wettbewerb final für sich, indem sie in Rachmaninoffs Klavierkonzert Nr. 2 brillierte und ihr Publikum im Teatro alla Scala zu Tränen rührte. Die chinesische Pianistin mit koreanischen Wurzeln machte 2019 ihren Abschluss am Curtis Institute of Music in Philadelphia, wo sie bei Seymour Lipkin und Jonathan Biss studierte. Seit Herbst 2019 ist sie für den PhD an der Juilliard School bei Robert McDonald eingeschrieben. Sie war Finalistin beim Concours Musical International de Montréal 2021 und gewann den 1. Preis des Sarasota National Competition. Als leidenschaftliche Kammermusikerin ist sie außerdem Mitglied des AYA Trios Philhadelphia.

Ying Li gewinnt mit diesem Wettbewerb ein Preisgeld in Höhe von 30.000 € zu sowie einen Jahresvertrag mit Baldrighi Artists Management, eine CD-Aufnahme bei Universal und eine Vielzahl an Konzertengagements in Italien, Deutschland und den USA.

Eine besondere Ehrung ist auch die Verleihung des Carl Bechstein Preises, der unter anderem eine Einladung in die Reihe der Bechstein-Konzerte des Konzerthauses Berlin beinhaltet. So wird Ying Li in der Saison 2022/23 auch in Berlin zu hören sein. Wir freuen uns schon auf das Konzert dieser wunderbaren Pianistin!

Fotos @ Accademia Teatro alla Scala