Großer Pianist und bedeutender Pädagoge

Mit Dmitri Alexandrowitsch Baschkirow verliert die Musikwelt eine ihrer großen Persönlichkeiten.

Wir trauern um Dmitri Alexandrowitsch Baschkirow, einen großen Pianisten der russischen Schule und einen der bedeutendsten Klavierpädagogen unserer Zeit. Le Figaro in Paris erinnert an seine Liebe zum Detail und die Aufmerksamkeit, die er der Gestaltung von Klang widmete. Die FAZ schwärmt von seinen frühen Aufnahmen und dem „irrwitzig hohen Niveau“ seines Klavierspiels.

Am 1. November 1931 in Tiflis geboren wurde Dmitri Baschkirow von Alexander Goldenweiser, einem Freund und Mitschüler Sergej Rachmaninows, in Moskau ausgebildet. Auf seinen Gewinn des Marguerite-Long-Wettbewerbs 1955 folgten Auftritte mit großen europäischen und amerikanischen Orchestern wie dem Chicago Symphony Orchestra, dem Royal Philharmonic Orchestra und dem Gewandhausorchester Leipzig unter Dirigenten wie Vladimir Ashkenazy, Daniel Barenboim, Zubin Mehta und Wolfgang Sawallisch. Seine größte Leidenschaft galt jedoch dem Unterrichten und zu seinen Schülern zählen solch pianistische Größen wie Arcadi Volodos, Boris Bloch, Nikolai Demidenko oder Kirill Gerstein.

Stets um die Ausbildung junger Pianisten bemüht, verbindet ihn mit C. Bechstein eine langjährige Zusammenarbeit. Eine der schönsten Kooperationen zwischen C. Bechstein und Dmitri Baschkirow war ein mehrtägiger Meisterkurs im Jahr 2012, der zusammen mit dem Pianisten Cristian Niculescu veranstaltet wurde. Bei diesem Anlass bemerkte Bashkirov: „Ich liebe diesen Flügel, ich möchte ihn als Handgepäck mitnehmen.“ Nach dem Abschlusskonzert des Meisterkurses schrieb er außerdem die folgende Widmung ins Künstlerbuch: „Herzlichen Dank dafür, dass Sie mir die Möglichkeit gegeben haben, begabte junge Pianisten vorzustellen. Ich habe mich dabei gern auch an mein eigenes Konzert vor einigen Jahren hier am Bechstein-Flügel zurückerinnert. Ich wünsche C. Bechstein und allen, die diesen großen Namen weiterhin in die Welt tragen, allen erdenklichen Erfolg.“ Im Alter von 89 Jahren verstorben, hinterlässt er zweifellos ein großes künstlerisches Vermächtnis, das durch all jene, die er ausgebildet und inspiriert hat, weiterlebt.