Luisa Splett

"Bechstein ist nicht nur ein Kaiserl.-Königl. Hoflieferant, sondern ein Geschenk für alle Pianisten."

Luisa Splett

 

„Künstlerische Unabhängigkeit“ ist ihr Ziel und Anliegen, deshalb lässt sie sich nicht in ein Schema zwängen: Die junge Schweizer Pianistin Luisa Sereina Splett geht ihren eigenen Weg.  

Luisa Splett stammt aus Winterthur, sie ist in einer Musikerfamilie aufgewachsen. Bereits mit sieben Jahren betrat sie als Schülerin von Silvia Näsbom - Thellung erstmals das Konzertpodium. Nach der Matura und einem musikalischem Grundstudium an der Musikhochschule in Zürich bei Karl-Andreas Kolly zog es sie nach Santiago de Chile, wo sie an der Universidad Major bei Yelena Scherbakova ihre Konzertausbildung fortsetzte und 2006 mit höchster Auszeichnung abschloss.  

2007 wurde sie in das PhD Studium am Rimsky - Korsakov Konservatorium in St. Petersburg als Studentin von Prof. Oleg Malov aufgenommen, für den praktischen Teil (Solistendiplom/Konzertklasse) erhielt sie zwei Jahre später Bestnoten. Seit 2009 widmet sich Luisa Splett ihrer Konzerttätigkeit und reist buchstäblich um die Welt, im Koffer die Dissertation über den Schweizer Pianisten, Komponisten und Pädagogen Emil Frey, der viele Jahre in St. Petersburg und Moskau  gewirkt hat. Im Oktober 2015 beginnt sie mit einem Promotionsstudium im Fach Musikpädagogik an der Universität der Künste in Berlin, um diese Arbeit abzuschließen.  

Im Frühjahr 2011 gab Luisa Splett ihr erfolgreiches Debüt in der Carnegie Hall in New York. Ob in Quito, New York, Genf oder Tomsk: Luisa Splett bringt die Musik zu den Menschen und kann dank ihrer Sprachgewandtheit  - sie spricht sechs Sprachen fliessend – mit Dirigent, Musikern und dem Publikum auch kommunizieren. Ihr Solo Repertoire reicht von Domenico Scarlatti bis ins 21. Jahrhundert, in ihren Programmen kombiniert sie gern Altes mit Neuem. Mit Orchestern spielte sie in letzter Zeit in Kislovodsk (Beethoven Nr. 3) Tomsk (Schumann), Meggen (Chopin Nr. 1) Posadas (Schumann), Asunción (Liszt Nr. 2) und Ushuaia (Rachmaninow Nr. 2).  

Im Februar 2014  erschien ihre erste professionelle Studio-CD. Sie heisst „Wie im Fluge“ und beinhaltet Werke von Hermann Götz, Sergei Prokofiew, Martin Wendel, Alfred Felder und N. Rimsky-Korsakov. Die CD wurde im Schweizer Crowdfunding Portal „We Make it“ vorgestellt und durch zahlreiche Unterstützer finanziert. Im März 2014 gab sie ihr Debut mit dem Musikkollegium Winterthur im komplett ausverkauften Stadthaus-Saal mit dem Klavierkonzert Nr. 14 von W. A. Mozart.    

Luisa Splett ist auch als Pädagogin geschätzt: Auf ihren Konzertreisen gibt sie mit Begeisterung Workshops und Masterclasses an lokalen Universitäten und Konservatorien (Houston, Santiago de Chile, Tigre, Posadas, Asunción, Quito, Bel Horizonte, Sao Paulo).

 

 

Luisa Splett spielt Frey

Luisa Splett spielt Frey

Der Schweizerische Pianist und Komponist Emil Frey (1898-1946) ist heutzutage weitestgehend vergessen. Umso bemerkenswerter das Engagement der jungen Pianistin Luisa Splett, die nicht nur gerade ihre Dissertation über den verstorbenen Landsmann schreibt, sondern nun auch ausgewählte Klavierwerke für das Label Toccata Classics auf CD vorstellt. Dass sie die Klavierstücke auf einem C. Bechstein Konzertflügel D 282 aufgenommen hat, entspricht sicherlich dem Willen des Komponisten, der zu seiner Zeit auch auf Bechstein gespielt hatte.  

Dabei spiegelt Spletts Auswahl aus den mehr als 100 Werken Freys auch den Lebensweg des Komponisten. So kann man beispielsweise in der impressionistischen Berceuse aus den Vier Klavierstücken op. 12 den Einfluss von Gabriel Fauré heraushören, bei dem Frey ab 1905 in Paris studiert hatte. Die Humoreske aus op. 20 und die Variationen über ein rumänisches Volkslied op. 25 wiederum knüpfen an Freys Arbeit als Hofpianist Carols I. von Rumänien an. Und in der Sonata dramatica op. 27 sind Einflüsse Skrjabins und Medtners zu spüren, die Frey nach dem Gewinn des Anton-Rubinstein-Wettbewerbs als Lehrer am Moskauer Konservatorium kennen gelernt hatte. Die „Kleine slawische Suite“ op. 38 ist zwar nach Freys Rückkehr in die Schweiz entstanden (nach dem Ausbruch der russischen Revolution verließ er das Land), aber blickt kompositorisch auf seine glückliche Zeit in Osteuropa zurück. Die Passacaglia aus der Suite Nr. 6 op. 66 wiederum kann man als Verbeugung vor einem Komponisten verstehen, den Frey sein Leben lang verehrt hat: Johann Sebastian Bach. Hier kann man Max Reger oder vielleicht auch Paul Hindemith als Vorbilder vermuten.  

Luisa Splett offenbart sich als höchst kompetenter Anwalt der Werke Freys. Sie fühlt sich sensibel in die verschiedenen Stile ein und offenbart so die Vielfarbigkeit der Musik des Schweizerischen Komponisten.

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