Anna Zassimova

"Jeder Bechstein Konzertflügel ist eine wunderbare und spannende Entdeckung, denn er hat nicht nur die Präzision und Brillanz, die man von einem zeitgenössischen Instrument erwartet, sondern auch individuellen Klangcharakter und ganz eigene Stimme."

Anna Zassimova

 

Anna Zassimova machte mit Einspielungen wenig bekannter Meisterwerke der russischen Komponisten um 1900 auf sich aufmerksam (CDs bei cpo und Antes, Aufnahmen bei SWR und BR). Dabei ist sie nicht nur Interpretin sondern auch Kunsthistorikerin und promovierte Musikwissenschaftlerin: So verbindet man die Wiederentdeckung des russisch-französischen Komponisten Georges Catoire inzwischen vor allem mit ihrem Namen. Ihr Buch über sein leben und Werk (Verlag Ernst Kuhn, Berlin 2011) – die erste umfassende Veröffentlichung über diesen Komponisten – sowie ihre CD-Produktionen mit seinen Werken eröffnen einen völlig neuen Blick auf diesen faszinierenden Wegbereiter der russischen Moderne.

Konzertreisen führten die gebürtige Moskauerin durch Russland, USA und China. Sie gab Solo- und Kammermusikabende auf internationalen Festivals, wie dem Piano á Saint-Ursanne und dem Herzogenberg-Festival in der Schweiz, dem Bloomsbury Festival in London, dem Heidelberger Frühling, und dem Chopin-Festival in der tschechischen Stadt Mariánské Lázne. Sie spielte außerdem Uraufführungen bei den Festivals für zeitgenössische Musik, wie dem Musica Viva München und dem ECLAT Stuttgart.

Anna Zassimova studierte Klavier bei Vladimir Tropp (Musikakademie Gnessin, Moskau) und bei Michael Uhde und Markus Stange (Musikhochschule Karlsruhe). Sie lehrt an der Musikhochschule in Karlsruhe und lebt in Baden-Baden.

"Jeder Bechstein Konzertflügel ist eine wunderbare und spannende Entdeckung, denn er hat nicht nur die Präzision und Brillanz, die man von einem zeitgenössischen Instrument erwartet, sondern auch individuellen Klangcharakter und ganz eigene Stimme. Immer wenn ich einen Bechstein im Konzertsaal begegne, freue mich auf ein besonderes und schönes Erlebnis."

Kyrill Rybakov und Anna Zassimova spielen Brahms

Kyrill Rybakov und Anna Zassimova spielen Brahms

Laut Booklet-Text wurden die Fantasien op. 116 von Johannes Brahms im Oktober 1892 vom Komponisten selbst in Berlin uraufgeführt. Sollte dies so gewesen sein (in anderen Quellen sind auch andere Daten zu finden), fand die Uraufführung mit allergrößter Wahrscheinlichkeit auf einem Flügel von Carl Bechstein statt. Denn im Oktober 1892 wirkte Johannes Brahms‘ bei dem dreitägigen Musikfest mit, das in der Linkstraße zur Eröffnung des neuen „Bechstein-Saals“ veranstaltet wurde und an dem auch Hans von Bülow und Anton Rubinstein aktiv teilnahmen.

Die russische Pianistin Anna Zassimova hat die Fantasien im Januar 2012 leidenschaftlich und inniglich auf einem C. Bechstein-Flügel aus dem Jahr 1876 aufgenommen und die klangliche Patina, der helle, leichte Klang dieses Flügels geben dieser Einspielung ihr besonderes Gesicht. Neben den Fantasien finden sich auf der beim Label „Antes Edition“ erschienenen CD (BM319285) auch die zwei Brahms-Sonaten für Klarinette und Klavier. Und passend zum historischen Bechstein-Flügel spielt der russische Klarinettist Kyrill Rybakov auf einem Nachbau jener B-Klarinette (System „Baermann-Ottensteiner“), die Richard Mühlfeld auch bei der Uraufführung der Sonaten op. 120 benutzt hatte.

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