03.03.2026

Stiftung am Grunewald beflügelt Konzertreihe

Zum zehnjährigen Bestehen der Konzertreihe „Ungezähmte Klassik“ konnte die usbekische Pianistin Eleonora Kotlibulatova im Art-Café „Aviator“ einen neuen W.Hoffmann Professional Flügel P 206 einweihen.

Zum zehnjährigen Bestehen der Konzertreihe „Ungezähmte Klassik“ konnte die usbekische Pianistin Eleonora Kotlibulatova im Art-Café „Aviator“ einen neuen W.Hoffmann Professional Flügel P 206 einweihen. Die Stiftung am Grunewald hatte dem Club Dialog e.V. als Betreiber des Cafés das neue Instrument geschenkt.

Gemeinnützige Stiftungen sind in Deutschland nicht mehr wegzudenken. Denn sie helfen dort, wo es der Staat bzw. das Bundesland oder die Städte nicht mehr leisten können. Gerade im Kulturbereich sind gemeinnützige Stiftungen mittlerweile unersetzlich. In Berlin ist die finanzielle Not bekanntlich besonders groß. Der Senat muss sparen, die Kultur leidet. Immer wieder springt hier seit einigen Jahren die Stiftung am Grunewald ein. Die von Winfried Wohlfeld und seiner Familie ins Leben gerufene gemeinnützige Stiftung hat mit großen und kleineren Summen schon vieles ermöglicht – im kulturellen wie im sozialen Bereich. Dabei beschränkt sich die Unterstützung nicht nur auf die großen Kulturinstitutionen (wie die beiden Berliner Musikhochschulen), sondern vergisst auch die sogenannten „Kleinen“ nicht, die beispielsweise in den Berliner Bezirken wichtige Arbeit leisten.

Der Club Dialog e.V. ist eine Organisation, die bereits 1988 in Berlin gegründet wurde, um den gesellschaftlichen Dialog zwischen russischsprechenden und einheimischen Berlinerinnen und Berlinern anzuregen und die Integration der Einwanderer zu fördern. Neben Sprachkursen und Bildungsangeboten spielt auch die Kultur im Konzept des Club Dialog eine wesentliche Rolle. So gibt es u.a. einen ukrainischen Chor, aber auch eine Konzertreihe im Art-Café AVIATOR. Die von dem Saxophonisten Andrey Lakisov 2016 ins Leben gerufene Reihe „Ungezähmte Klassik“ kombiniert klassische Musik mit anderen Musikrichtungen wie Jazz, Tango, Weltmusik und Neuer Musik. Dank der finanziellen Unterstützung durch die Stiftung am Grunewald können die Konzerte ohne Eintrittsgelder veranstaltet werden und schaffen so einen niederschwelligen Einstieg in die Klassik-Welt. Man sitzt gemütlich an Tischen, das farbige Licht vermittelt eher eine Jazz-Club-Atmosphäre. Dabei sind die Künstler hochkarätig.

Dies war deutlich zu erleben, als Eleonora Kotlibulatova beim Jubiläumskonzert unter dem Titel „Schatten und Licht der Liebe“ Werke von Chopin mit zwei kleinen Abstechern zu Tschaikowsky und Rachmaninow mit Gedichten und Briefen zum Thema kombinierte. Die usbekische Pianistin, die ihr Examen bei Matthias Kirschnereit in Rostock absolviert hat, entführte ihr Publikum in die expressive Welt der Romantik und begeisterte mit hoch virtuosen, aber auch poetisch-kantablen Interpretationen.

Über den neuen Flügel vermerkte Kotlibulatova nach dem Konzert: „Es war für mich eine große Freude, eine besondere Ehre und ein echtes Glück, auf diesem außergewöhnlichen Flügel spielen zu dürfen. Das Instrument hat mich musikalisch inspiriert und meinem Konzert eine ganz besondere Klangfarbe verliehen.“