17.03.2026

Hans Suh eröffnet C. Bechstein Konzertreihe 2026 in Singapur

Der mehrfache Preisträger begeisterte mit einem atemberaubenden Konzert in der Victoria Concert Hall in Singapur.

Hans Suh ist einer der besten Pianisten seiner Generation. Dieses belegt eine große Zahl von Preisen bei bedeutenden internationalen Wettbewerben, darunter u.a. der Gewinn des 8. Internationalen Deutschen Pianistenpreises 2018 sowie der Sieg beim Telekom Beethoven-Wettbewerb Bonn 2021. Nun eröffnete Hans Suh die neue Konzertserie der Bechstein Music World und begeisterte mit einem atemberaubenden Konzert in der Victoria Concert Hall in Singapur.

Hans Suh präsentierte ein spannendes Programm, das von Brahms' Drei Intermezzi op. 117 über Beethovens Mondschein-Sonate und einer vierteiligen eigenen Suite mit dem Titel „Der fliegende Koreaner“ bis hin zu Mussorgskys gewaltigem Zyklus „Bilder einer Ausstellung“, der die zweite Konzerthälfte einnahm.

Chang Tou Liang lobte den Pianisten in seiner ausführlichen Rezension in den höchsten Tönen und ging auch ausführlich auf den humorvoll benannten Zyklus des „Composer Pianist“ ein, dessen Titel natürlich eine Anspielung auf Wagners „Der fliegende Holländer“ darstellt: Das erste Stück der Suite sei der Stadt New York gewidmet. Liang wörtlich: „Broadway, ein quasi-minimalistischer rhythmischer Tanz, der eine Ginastera-ähnliche Intensität und Perkussivität annahm, dessen Inspiration jedoch Bernsteins West Side Story war, was am Ende mit einem Zitat offenbart wurde.“ Der zweite Satz „Helsinki“ sei abstrakter und impressionistischer ausgefallen und suggeriere eine eisige Landschaft. Köln/Bonn hat Suh sicherlich während des Beethoven-Wettbewerbs gut kennengelernt. Der „Kölner Dom“ sei eine Hommage an das Deutschland von Brahms und Bach, fast eine vollwertige Chaconne in d-Moll. Schließlich Seoul als letzte der auskomponierten Metropolen: „Squid Game“ kanalisierte die energiegeladene Stimmung von Film- und Videospielmusik.

„Der fliegende Koreaner“ ließ an diesem Abend auch in den Standard-Werken seine Hände hochvirtuos über die Tasten fliegen und entlockte dem C. Bechstein Konzertflügel himmlische Klänge. Debussys „Clair de lune“ und das Finale aus Beethovens Appassionata-Sonate als Zugaben rundeten einen grandiosen Saisonauftakt ab.

Die weiteren Termine versprechen ebenfalls hochspannende Konzerte: Ron Maxim Huang, der bereits seit vielen Jahren von der Carl Bechstein Stiftung gefördert wird, spielt am 29. Mai in der Victoria Hall. Roman Borisov, der bereits auf einem C. Bechstein Konzertflügel im Wiener Konzerthaus gespielt hat, tritt am 29. August 2026 in Singapur auf. Und Deutsche-Grammophon-Künstler Julius Asal, der am 11. November 2026 die Reihe beschließen wird, hatte bereits während seines Studiums mit Sir András Schiff in Kronberg häufig auf Bechstein gespielt und vor einigen Jahren einen C. Bechstein Klavierabend im Ehrbar Saal in Wien gegeben. „European Sound“ ist der Untertitel der Konzertreihe in Singapur. C. Bechstein symbolisiert nicht nur diesen, sondern perfekt den „German Sound“.

Fotos: Bechstein Music World