Frédéric Chopin: Ein Leben wie tausend Miniaturen
Timofei Kazantsev wurde am 27. Juni 1994 in Nowosibirsk in einer Musikerfamilie geboren. Ab seinem fünften Lebensjahr kam er in die Klavierklasse von Meri Lebenzon, der Geehrten Künstlerin von Russland. Er studierte in ihrer Klasse bis zu seinem Abschluss am Glinka-Hochschule im Jahr 2017.
Am Musiklyzeum und später an der Hochschule knüpfte er seine wichtigsten kreativen Kontakte: Kammermusikensembles mit der Geigerin Anita Lakhina, dem Violist Leonid Pateyuk und den Dirigenten Vyacheslav Shaldyshev und Sergei Shebalin. Freundschaft mit dem Komponisten und Professor für Orgel und historische Klaviere, Gleb Nikulin. Er studierte auch Orgel bei der außerordentlichen Professorin Natalia Baginskaya
Im Alter von 12 Jahren begann er seine Erfolge als Pianist: erster Preis beim EuropaFest-Wettbewerb in Bukarest, dann - Silbermedaille bei den Delphischen Spielen in Russland, erster Platz beim Jugendwettbewerb zum Gedenken an Vera Lothar-Shevchenko und dann - eine Tournee durch französische Städte: Nizza, Toulon, Marseille, Aix-en-Provence und ein Konzert im Cortot-Halle in Paris.
Von 2012 bis 2015 war er der jüngste Solist der Nowosibirsker Philharmonie. Dort hatte er die Gelegenheit, mehrmals mit dem Sinfonieorchester und dem Dirigenten Ekhtibar Akhmedov zu spielen, und bildete Duos mit der Mezzosopranistin Olesya Zhuravkina und der Geigerin Anna Sharomova.
Seit August 2022 lebt er mit seiner Familie in Deutschland: Alena ist Chorkünstlerin am Theater Plauen-Zwickau und Timofei ist Lehrer an der Musikschule am Thomas-Mann-Platz in Chemnitz. Sie haben mehrere Konzerte organisiert, sowohl solo als auch im Duo.
Chopin – Meister der Miniatur. Walzer, Mazurkas, Polonaisen, Etüden: Das sind verschiedene Momente aus dem Leben, verschiedene Arten zu „leben“.
• Der Walzer – eine romantische Art, ein Dialog mit der Geliebten: Er kann ein distanzierter Tanz sein, voller Expression, ein brillantes Feuerwerk der Gefühle und sogar ein Tanz mit einem Hund nach der Pfeife von George Sand im Walzer „Petit Chen“.
• Der Polonaise – offiziell und heroisch.
• Mazurka – zutiefst persönlich, nervös, aristokratisch.
• Etüde – schnell, aber melodisch. Ein perfekt geplanter Fluss von Gefühlen, der jedoch eher aus der Brust hervorbricht, als dass er sich unter Beachtung der Anstandsregeln mitteilt.
• Präludium – ein kleiner, aber sehr lebhafter Eindruck, ein Moment, der Spuren in der Seele hinterlassen hat.
• Nocturne – Kontemplation, Selbstreflexion und freier Flug der Träume.
In den Miniaturen entwickeln sich sowohl Chopins Stil als auch seine Technik. Chopin selbst verändert sich, wird erwachsen.
Aber selbst wenn es um große Formen geht: Sonaten, Balladen – Werke, in denen Komponisten ihr Lebenscredo zum Ausdruck bringen oder von großen Ereignissen erzählen, wie Schriftsteller in Romanen –, erzählt Chopin diese Geschichten dennoch durch die Genres seiner Miniaturen.
Die Nostalgie und Romantik des Walzers weicht dem Impuls der Etüde, der Improvisation des Nocturnes, dem Stolz und der Kraft des Polonaisen: Das Schicksal des Menschen zerfällt in seine Genres.
In dem Programm, das Frédéric Chopin gewidmet ist, stellt Ihnen Timofey Kazantsev diese Genres vor und zeigt Ihnen dann, wie sie zu den größten Werken des Komponisten heranwachsen.
Moderiertes Klavierkonzert in zwei Teilen
Dauer: 100 Minuten
Programm:
Ausgewählte Miniaturen: Nocturne, Wälzer, Präludiums, Etüden
Sonate N2 B-moll
Balladen 1-4
Bitte beachten Sie: Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten. 10 Minuten vor Konzertbeginn werden reservierte Plätze freigegeben.
Veranstalter: Timofei Kazantsev, Informationen zum Pianisten finden Sie hier.
Veranstaltungsort: C. Bechstein Centrum Leipzig, Dohnanyistraße 15, 04103 Leipzig
Foto: privat