Von Bach bis Skrijabin
Der Pianist Isaac Martínez Mederos über den Konzertabend: Wir werden uns eingehend mit der Gattung der Partita beschäftigen und untersuchen, wie Komponisten vor Bach über viele Jahre hinweg mit verschiedenen Sammlungen von Tänzen experimentierten, bis sich diese Gattung schließlich etablierte. Woher stammt das Konzept der Allemande? Worin besteht der Unterschied zwischen Corrente und Courante? Was genau ist eine Sarabande? Welche Rolle spielt das Präludium innerhalb einer Partita?
Die Humoreske ist eine Schöpfung von Schumann und blieb als eigenständige Gattung im 19. Jahrhundert bestehen. Johann Paul Friedrich Richter – bekannt unter dem Namen Jean Paul – war einer von Schumanns Lieblingsdichtern. Bereits in seinen frühen Klavierwerken (wie den Papillons op. 2) ließ sich Schumann unmittelbar von Jean Pauls Roman Flegeljahre inspirieren. Auch in der Humoreske op. 20 (noch aus seiner frühen Schaffensperiode) ist dieser literarische Einfluss deutlich spürbar.
Das gesamte Werk – etwa 26 Minuten lang – lebt von einer dynamischen Abwechslung zwischen seinen beiden persönlichsten Charakteren, Florestan und Eusebius, sowie weiteren Gestalten wie der geliebten Clara, Chopin, den „Philistern“ und nicht zuletzt Mister Raro.
Über das letzte Werk lässt sich mit Worten nur wenig sagen. Seien Sie bereit, Farben zu „riechen “, Gerüche zu „sehen“ und Klänge wahrzunehmen, die den Körper in Schwingung versetzen. Die zweite Sonate von Skrjabin entstand in einer Zeit, in der der Komponist allmählich zu seiner eigenen Tonsprache fand, zugleich jedoch noch stark von Persönlichkeiten des 19. Jahrhunderts – insbesondere von Chopin – inspiriert war und ihnen großen Respekt entgegenbrachte.
Was unterscheidet ihn von anderen? Die Wahrnehmung. Wahrnehmung ist alles in Skrjabins Musik. Er erschafft aus dem Klavier eine Welt voller Fantasie.
Programm
J.S. BACH (1685–1750)
Partita Nr. 1 in B-Dur, BWV 825
Praeludium | Allemande | Corrente | Sarabande | Menuet I & II | Giga
ROBERT SCHUMANN (1810-1856)
Humoreske in B-Dur, Op. 20
Einfach | Hastig | Einfach und zart/ intermezzo | Innig | Sehr Lebhaft | Mit eigenem Pomp | Zum Beschluss
A. SKRJABIN (1872-1915)
Klaviersonate Nr. 2 in Gis-Moll, Op. 19 (Sonata-Fantasie)
Andante | Presto
Veranstalter: Isaac Mederos
Foto: privat
Eintritt: 20,- €