Kit Armstrong II: 1620–1720: Kontraste

Im Konzert am 19. Januar 2021 beschäftigt sich Kit Armstrong mit Kompositionen im Übergang von der Renaissance zum frühen Barock. Auf dem Programm stehen Werke von Frescobaldi, Couperin, Bach u.a.

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In der „Zeit“-Saison 2020/21 laden die Klavierrecitals zu einer einzigartigen Hör-Reise durch 500 Jahre Musikgeschichte ein. Starpianist Kit Armstrong stellt in fünf Programmen, zwei davon im Rahmen der C. Bechstein Klavierabende, jeweils ausgewählte Kompositionen eines Jahrhunderts vor und wirft damit einen ebenso subjektiven wie faszinierenden Blick auf die Entwicklung der Musik für Tasteninstrumente zwischen 1520 und 2020. Im zweiten Konzert treten die Kontraste zutage, von denen die Musik zwischen 1620 und 1720 durch die Koexistenz konkurrierender nationaler Schulen geprägt war. Dabei spannt sich der Bogen von John Bulls gleichsam zeitlosem Kompositionsstil im jakobinischen England und dem durch Girolamo Frescobaldi vertretenen italienischen Frühbarock über Meisterwerke der französischen Cembalo-Schule von Jacques Champion de Chambonnières und François Couperin bis hin zu Johann Sebastian Bachs Musik, in der die verschiedensten Einflüsse zu einem Personalstil jenseits aller Moden amalgamiert erscheinen.

Von der New York Times als „brillanter Pianist” beschrieben, der „musikalische Reife und jugendliche Kühnheit in seinem außergewöhnlichen Spiel kombiniert”, zählt der amerikanische Pianist Kit Armstrong zweifellos zu den außergewöhnlichsten musikalischen Talenten der Gegenwart. Entsprechend renommiert sind darum die Namen, mit denen er bisher auf der internationalen Bühne in Erscheinung trat: Dirigenten wie Christian Thielemann, Herbert Blomstedt oder Riccardo Chailly, genauso wie Orchester auf dem Niveau der Wiener Philharmoniker, des Bayerischen Rundfunkorchesters oder der Academy of St. Martin in the Fields belegen Kit Armstrongs musikalische Meisterschaft. Es kommt daher nicht von ungefähr, wenn niemand Geringeres als Alfred Brendel schon über den 13-jährigen Kit Armstrong konstatierte: „Dieser Junge ist die größte musikalische Begabung, der ich in meinem ganzen Leben begegnet bin.“

Programm
François Couperin (1668–1733): Les Baricades Mistérieuses B-Dur, aus: Second livre de pièces de clavecin, 6e ordre, Nr. 5, Les Grâces Naturèles C-Dur/c-moll, aus: Second livre de pièces de clavecin, 11e ordre, Nr. 3, Passacaille h-moll, aus: Second livre de pièces de clavecin, 8e ordre, Nr. 7
Johann Sebastian Bach (1685–1750): Ausgewählte Choralvorspiele, BWV 715, 622, 623, 712, 721, 605, 738, 729, Concerto G-Dur, BWV 980 (1713–14), Chromatische Fantasie und Fuge d-moll, BWV 903
John Bull (1562/63–1628): Sieben kanonische Veränderungen über den gregorianischen Hymnus „Telluris ingens conditor“ F-Dur
Jacques Champion de Chambonnières (1601/02–1672): Auswahl aus Les Pièces de clavessin, livre second (1670) Chaconne F-Dur, Bauyn I, f. 45v
Giovanni Frescobaldi (1583–1643): Toccata nona F-Dur, aus: Il secondo libro di toccate, Bergamasca G-Dur, aus: Fiori musicali, op. 12

Fotos © Neda Navaee und Musacchio&Ianniello

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