C. Bechstein CentrumC. Bechstein Centrum

C. Bechstein Centrum Frankfurt am Main

Eschersheimer Landstr. 45
60322 Frankfurt
+49 69 - 400 501 130

Mo - Fr: 10:00 - 19:00 Uhr
Sa: 10:00 - 16:00 Uhr

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Konzertberichte aus Frankfurt am Main

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Keine Problem in diesem Abschnitt informieren wir Sie immer aktuell und frisch über die Konzerte des letzten Quartals. 

 

 

TOP AUFTAKT KONZERT

Konzertbericht vom 24. Januar 2018

Top Konzert Auftakt Ingo Dannhorn zeigte sein ausgesprochen breites musikalisches Können auf einem C. Bechstein D 282 Flügel. Der weltweit bekannte Pianist eröffnete die diesjährige Konzertsaison im Bechstein Centrum Frankfurt, Eschersheimer Landstrasse 45, mit seinen virtuosen Klangbildern.

Das Frankfurter Bechstein Centrum konnte gleich zu Beginn des neuen Jahres seine Ausnahme-Position in der Rhein-Main-Metropole unterstreichen. Mit Ingo Dannhorn war ein Pianist zu Gast, der seine bemerkenswerte Klasse bereits rund um den Globus unter Beweis gestellt hat. Und dies sowohl als herausragender Pianist, wie auch als Professor an vielen bekannten internationalen Hochschulen, wie beispielsweise der koreanischen Eliteuniversität Yonsei in Seoul, wo er Nachwuchs-Pianisten auf ihre bevorstehenden Herausforderungen des Konzertbetriebs umfassend vorbereitet.

In der Eschersheimer Landstraße 45 zeigte er ausgesprochen eindrucksvoll, dass die bekannten Kritiker wie Oppitz und Geitel in zu Recht zu den „bemerkenswertesten Pianisten seiner Generation, mit fabelhaften manuellen Fähigkeiten und einer idealen Kombination aus Intelligenz und ausgeprägter Sensibilität für klangliche Valeurs“ zählen.

Getragen von dem anerkannt harmonischen Klangbild des C. Bechstein D 282 Flügels konnte er seine einfühlsame Virtuosität gleich zu Beginn des Konzerts seinem Publikum ganz nahebringen. Dafür war die berühmte Chaconne in d-Moll, Bach Werke Verzeichnis (BWV) 1004 geradezu prädestiniert. Ursprünglich von Bach unter dem direkten Eindruck des vorausgegangenen Todes seiner Frau als Schlussstück seiner Partida d-moll als Violin Solo geschrieben, inspirierte es viele Komponisten. Das berühmteste stammt dabei von Ferruccio Busoni, nachdem auch der Internationalen Klavierwettbewerb in Bozen benannt wurde. Er setzte den Streichersatz auf die klanglichen Möglichkeiten des modernen Flügels um, und Dannhorn reizte sie dann mit seiner Sensibilität einerseits und feinfühligen Erfahrung andererseits meisterlich gewandt aus.

Gleiches gilt auch für die dann folgende Interpretation von Ludwig van Beethovens Waldstein Sonate. Entstanden im Dezember 1803 widmete er sie seinem gleichnamigen Freund und Förderer, unmittelbar bevor er mit der Oper Fidelio begann. Die aus drei Sätzen – Allegro con brio, Adagio molto und Allegretto moderato – bestehende Sonate hat im ersten wie im dritten Satz orchestrale Fülle mit den Zügen eines Klavierkonzerts ohne Orchester. Und Dannhorn setzte mit seiner ihm eigenen Spielfreude, die musikalischen Haupt-Themen-Komplexen kristallklar in Ton und Struktur, voluminös unterstützt vom unerreichten Klangfarbenspektrum des Spitzen-Konzert-Flügels ausgesprochen gekonnt um.

Nach der Pause stand dann noch von Johannes Brahms die Händelvariationen Op. 24 auf dem Programm. Das Brahmsche Lieblingswerk gilt, Musik-historisch betrachtet, nicht nur als das bedeutendsten seiner fünf Variationen für Klavier zu zwei Händen. Sondern es wird auch zu den wichtigsten Werken für Klavier überhaupt gezählt. Verbunden wird dabei die Musik des Barocks mit der Hochromantik. Und auch diese Herausforderungen mit einzelnen akkordischen Themen und deren Variationen bis zur Fuge setzte Dannhorn, betont durch die 16tel im Staccato angetippten Akkorde und Basstöne, gekonnt und bei der Fuge auch entsprechend klangmächtig um.

Die Fortsetzung der Konzertreihe im Bechstein Centrum Frankfurt findet bereits am 8. Februar mit der Auftaktveranstaltung in Zusammenarbeit mit der Frankfurter Hochschule für Musik und darstellende Kunst statt.

Aktuelle Termine für Klavierkonzerte in Frankfurt

Impressionen vom Konzert

Hochschul-Konzert-Reihe 2018

Konzertbericht vom 8. Februar 2018

Mit einem Duo eröffneten das Bechstein Centrum Frankfurt und die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst (HfMDK) am 08.Februar ihre diesjährige Palette von Konzerten junger Pianistinnen/en.

Im Mittelpunkt standen aktuell die Russin Anna Stepanova und der Chinese Xi Zhai. Aufeinander eingespielt überzeugten sie musikalisch und spielstark mit Klassikern für Klavier zu vier Händen.

Der bisherige Weg von Anna Stepanova führte sie vom Gnessin-Musikcollege über die Gnessin-Musik-Akademie in Moskau – Prof. R. Dieva und I. Malinina – bis zur Frankfurter HfMDK (Prof. Irina Edelstein). Xi Zhai, aus einer chinesischen Musiker Familie stammend, begann seine Ausbildung an der Musikhochschule von Shanghai, bevor er 2009 in die Frankfurter Meisterklasse von Professor Joachim Volkmann kam. Er schloss dort 2015 mit dem Konzertexamen ab und zeigte seine Spielstärke bereits in Peking, Hamburg und in der Alten Oper der Rhein-Main-Metropole. Passend zu ihrer musikalischen Ausbildung und ihrem persönlichen Background einerseits und ihrer gemeinsamen Prioritäten andererseits wählten sie auch das Programm für den Konzert-Abend. Sie starten mit dem zwischen 1929 und 1931 komponierte Klavierkonzert in G-Dur von Maurice Ravel. Der französische Komponist verbindet in seinem Klavierwerk unterschiedlichste Elemente, von ruhig verträumten Passagen, die beispielsweise an Vogelgesang erinnern bis hin zu Strawinski ähnelnden, an rhythmischen Tanz anknüpfenden tonalen Abschnitten. Seine höchste technische wie harmonische, pianistische Virtuosität mit ihren subtilen Klangfarben setzte das Nachwuchs-Duo, unterstützt vom dazu passenden Kolorit des Bechstein-Flügels, ausgesprochen gekonnt und gefühlvoll um. Die folgende, von Franz Schubert in f-Moll geschaffene Fantasie D 940 gehört nicht nur zu seinen bedeutendsten Werken für mehrere Pianisten, sondern sie wird allgemein auch als eine seiner wichtigsten Klavierkompositionen überhaupt angesehen. Der Österreicher widmete das zwischen Januar und März 1828 entstandene Werk seiner heimlichen Liebe, Karoline von Esterházy. Die Fantasie besteht aus vier miteinander verbundenen Sätzen – Allegro, Largo, Scherzo und Finale. Das insgesamt rund 20minütige Werk beginnt mit einer lyrischen Melodie, steigert sich im zweiten Satz zu einem turbulenten Fortissimo in fis-Moll, um anschließend im hellen wie lebhaften Scherzo zur Ausgangstonlage zurückzukommen. Der Finalsatz nimmt das Hauptthema des Ersten auf, wiederholt das Thema des Zweiten und vereint schließend die musikalisch gegensätzlichen Themen in den acht Schlusstakten; spielerisch einfühlsam und emotional von dem Duo der HfMDK am extra dafür vorbereiteten Bechstein-Flügel umgesetzt. Für das Finale des Abends wählten sie den 2. Satz – Allegro der 10. Symphonie in e-Moll Opus 93 von Dmitri Schostakowitsch. Auch hier lässt sich die Entstehungszeit eng eingrenzen: Juli bis Oktober 1953. Retrospektiv betrachtet wird es als Antwort des Komponisten auf den Tod von Josef Stalin angesehen, der ihn zuvor in einer sogenannten Säuberungswelle seiner Lehrämter in Moskau und Leningrad enthoben hatte. Der zweite Satz gilt dabei „grob umrissen um ein musikalisches Porträt Stalins.“ Dementsprechend gehen harte Akkordschläge in Marschthemen und weitere ebenso markante Rythmen - ausgeführt in 16Zehntel-Noten – über. Und auch diese Herausforderungen konnten Stepanova und Zhai mit ihrer Spielstärke sowie aufgrund der umfassenden Vorbereitungen angesichts der räumlichen Nähe der Partner - Bechstein & HfMDK - optimal umsetzen. Fortgesetzt wird die Reihe, deren Einnahmen aus dem Ticketverkauf zu 100% an die Künstler gehen, am 15.03.2018 um 19.30 Uhr mit dem Klaviersolo der in Armenien geborenen Diana Sakahyan.

 

 

Auftakt mit dem Klavierduo Zhai-Stepanova

Musik mit viel Gefühl

Konzertbericht vom 3. März 18

Melodiös und getragen einerseits, schwungvoll mit Temperament andererseits – zwischen diesen beiden Polen bewegen sich seit einigen Jahrhunderten die russischen Komponisten und Pianisten gleichermaßen. Am vergangenen Wochenende live erlebbar im C. Bechstein Centrum Frankfurt. Aristo Khosrobeik & Alexander Vosrkresensky ermöglichten mit ihrem ausgezeichneten Programm in den Räumen in der Eschersheimer Landstrasse 45 dieses besondere musikalische Erlebnis.

Zwei Pianisten aus zwei Generationen (1952 und 1980) spielen zwei unterschiedlichen Komponisten-Richtungen aus zwei (19. & 20.) Jahrhunderten eines Kulturkreises – dies ergibt nicht nur ganz besonders musisch kreative Ergebnisse, sondern vielmehr, wenn beide persönlich harmonieren, einen phantasievollen wie ideenreichen und außerordentlich künstlerisch klangvollen Abend.

Insbesondere dann, wenn sie bekannte Namen mit weniger gespielten Arrangements gekonnt verknüpfen. Spannende Kontraste resultierten vor allem aus den als romantisch sinfonisch einzustufenden Klängen von Tschaikowsky (bekannt durch die berühmtesten Ballette-Werke der Musikgeschichte: Schwanensee & Der Nussknacker) oder Rachmaninoff mit seinen besonderen tonalen Kompositionen für vier oder sechs Hände sowie zwei Klaviere. Dem gegenüber die heute weniger gespielten Schöpfungen von Khatchaturian und Babadjanian.

Beide Künstler verbinden dabei ihre eigenen, persönlich jeweils dem armenischen Kulturkreis zuzuordnenden Wurzeln, mit den kompositorisch betrachtet, eher russischen Einflüssen.

In Kombination mit Pretiosen wie Op. 9 von Alexander Scriabin für die linke Hand oder die Hommage a’ Rachmaninoff von Emanuel Melik-Aslanian bildeten sie an diesem Abend einen faszinierenden wie anregenden melodiösen Kontrast. Resultierend aus der Unergründlichkeit der Mentalität der russischen Seele, dem Mythos und Pathos sowie die Umsetzung des gewählten ausdrucksstarken Programmes.

Beginnend mit der 1941 entstandenen Valse aus Masquarade von Aram Khatchaturian (1903-1978), die einem breiten Publikum bekannt ist als Filmmusik zu Krieg und Frieden und klanglich dabei die ganze Bandbreite zwischen Trauer und Freude zum Ausdruck bringt.

Die dann folgende wenig aufgeführte Canzona Serenata Op. 38 von Nikolai Medtner (1880-1951) traf auf dem C. Bechstein Flügel mit ihrer bildhaften wie erzählerischen Tonalität und Melancholie optimal die eigene, individuelle Atmosphäre, die einen wichtigen Teil der russischen Seele ausdrückt.

Alexander Skrjabin (1872-1915) gehört zu den weniger bekannten russischen Komponisten, obwohl ihn Insiderkreise zu den größten Schöpfern (rund 80 Werke) von Klaviermusik zählen. Dies gilt vor allem für seine innovativen Klänge und damals visionären Events, dem Zusammenspiel von Klang und Licht. Mit seiner Konzeption des sogenannten Farbenklaviers – via Steuertastatur sollte zeitgleich zur jeweiligen Musik farbiges Licht auf eine Leinwand projiziert werden – gilt er als einer der Urväter der sich später entwickelnden elektronischen Musik. Canzona Serenata Op. 38, Mazurka in h-moll Mazurka Op. 25, Nr. 3 Mazurka Op. 3 Nr. 6, Prélude & Nocturne Op. 9 (für d. linke Hand) und die Etüde Op. 8 Nr. 12 machten deutlich, warum sich seine Klangsprache von der seiner Kollegen unterscheidet, aber dennoch zur russischen Seele passt.

Nach der Pause folgte zuerst die Tantarella für vier Hände von Valerie Gavrilin. Der typische Vertreter der russischen Idylle hatte seinen weiteren persönlichen Themenschwerpunkt in der sogenannten neuen russischen Folklore. Der 1999 verstorbene Komponist schuf mehr als 40 Klavier/Flügel-Werke für vier Hände. 

Und die beiden Pianisten setzten das bekannt temperamentvolle Stück ausgesprochen lebendig und spielfreudig vom ersten bis zum letzten Takt beeindruckend um.

Dies gilt noch viel mehr auf die dann folgenden „Jahreszeiten“ Op. 37 – Monate Januar, Oktober und Dezember – von Peter (Piotr) Tchaikovsky, die neben dem Kinderalbum Op. 39 als sein beliebtester Klavier-Zyklus angesehen wird. Sie beruhen auf der Idee eines Petersburger Verlegers, der die Stücke als Musikbeilage für die zwölf Ausgaben seiner Zeitschrift des Jahres 1876 in Auftrag gab. Umgesetzt für die gebildeten und musikinteressierten Abonnenten sind sie Beleg für die Vielzahl musikalischer Ideen des Komponisten, die die beiden Pianisten quasi getragen vom C. Bechstein Flügel mit feinem Pedalgebrauch – entsprechend der ursprünglichen Vorstellung Tchaikovsky’s – ausgesprochen einfühlsam, wie beim ruhigen beinahe zärtlichen Walzer des „Dezembers“ einlösten.

Bei der weltberühmten gewordenen Prelude Op. 3 Nr. 2 in cis moll – international auch als „The Bells of Moscow“ bekannt – von Sergei Rachmaninoff zeigten sie dann – wie bei der Prelude Op. 32 D-Dur – ihre spielerischen Möglichkeiten. Fortissimo am Beginn des 1892 entstandenen Stücks, virtuos im folgenden Abschnitt die für die russische Musik typischen Glocken darstellend und leise, die Melodie nicht abreißen lassend am Ende – mit genau der Pedaltechnik und Intensität die Rachmaninoff sich dabei vorstellte.

Ebenso gekonnt folgte die Poem Fantastique (Homage á Rachmaninoff) von Emanuel Melik-Aslanian. Der in Täbris 1915 geborene und am 14. Juli 2003 verstorbene Komponist und Pianist studierte an der Brahms Akademie in Hamburg und am dortigen Konservatorium. Im Jahr 1952 ging er als Leiter des Teheraner Konservatorium in den Iran zurück. Dort komponierte verschiedene Klavierwerke wie den Ehrenerweis an den von ihm besonders respektierten großen russischen Komponisten.

Als Finale hatten die beiden Pianisten den bekannten Säbeltanz aus „Gayane von Aram Khatchaturian ausgewählt. Das kraftvolle Epos, das Aufbruch, Sieg und Niederlage ebenso wie den Wunsch nach friedlichem Zusammenleben der Kulturen in seiner Heimat, dem Kaukasus, musikalisch erlebbar macht, verbindet kurdische Elemente mit der Tradition der russischen Klassik und gilt als sein größter weltweiter Erfolg und war in seiner außerordentlichen, zu einem einheitlichem Ganzen verschmelzenden Musikalität die perfekte Abrundung dieses besonderen Abends rund um die russische Klavier- und Flügel-Kompositionen.

Impressionen vom 3. März 18

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