Klavierratgeber

Mit unserem Ratgeber finden Sie das passende Klavier oder Flügel.

C. Bechstein Flügelbau

Warum klingt ein C. Bechstein Flügel so fantastisch? Hier verraten wir einige Geheimnisse des Klavierbaus und geben Einblicke in die Besonderheiten der C. Bechstein Manufakturen.

C. Bechstein Flügel & Klaviere: Ihr Klang ist legendär

Der Klang der C. Bechstein-Instrumente ist legendär und unvergleichlich. Der Ton ist warm, farbreich, lyrisch und singend und zugleich von größter Klarheit, Deutlichkeit und Reinheit. C. Bechstein bietet unerschöpfliche Ausdrucksvielfalt, perfekt geeignet für das Solo-Spiel wie für das kammermusikalische Zusammenspiel. Durch die C. Bechstein-typische Klarheit und Reinheit des Tones wird der Aufbau einer Komposition plastisch darstellbar.

Die Strahlkraft

Die Tragfähigkeit des C. Bechstein-Tons reicht von der feinsten Pianissimo Kantilene bis zum mächtigsten Fortissimo, der Ton strahlt und perlt stets mit Weite und Erhabenheit, alles liegt im Finger des Pianisten:  je nach Anschlag und künstlerischer Absicht. Mit ihrer großen Strahlkraft haben die C. Bechstein Konzertflügel größte dynamische und orchestrale Bandbreite sowie Durchsetzungsvermögen.

Woher kommt diese Exzellenz?

Das unvergleichbare Tonspektrum ist in der tiefgründigen C. Bechstein-Klavierbau-Philosophie begründet. Die C. Bechstein Klavierbaumeister und Spezialisten der unterschiedlichen Bereiche setzen bei jedem Fertigungsschritt ihr langjähriges, fundiertes Wissen ein, nichts wird dem Zufall überlassen. Begleiten Sie uns in die geheimnisvolle Welt und in die hohe Kunst des C. Bechstein Klavierbaus.

Der Resonanzboden

Die Seele des Instruments. Wir verwenden nur besonders sorgfältig ausgesuchtes Resonanzbodenholz aus hochwertigster Bergfichte, das in Lagen oberhalb von 1000 Höhenmetern langsam heranwächst. Die senkrecht („stehend“) verlaufenden Jahresringe liegen im Resonanzboden eng aneinander. Das Holz wird sorgfältig kontrolliert und dann nach traditioneller Lufttrocknung sehr langsam und schonend in unseren Klimakammern getrocknet. Durch den Prozess der Verleimung des Resonanzbodens mit den Rippen und des späteren Verjüngens („Abstechens“) der Rippen an deren Enden wird eine wohl dosierte Spannung erzeugt. Der Resonanzboden selbst wird zum Rand ebenfalls leicht verjüngt, um die Schwingungsfähigkeit weiter zu erhöhen.

Die Resonanzboden-Rippen

Die Rippen aus hochwertigem Bergfichten-Tonholz dienen zur Stabilisierung des Bodens gegen den Saiten-Druck sowie zur Übertragung der Saitenschwingungen von dem Steg über den gesamten Resonanzboden. Die Rippen werden zu den Enden hin verjüngt und perfekt in die Zarge (Siehe Punkt 4) eingepasst. Durch die Verleimung der Rippen mit dem Boden entsteht eine wohldosierte Spannung, die das Schwingungsverhalten des Bodens optimiert. Die bei C. Bechstein traditionelle Verwendung der sogenannten Hauptrippe gewährleistet eine elastische Einspannung des Bodens an dessen Peripherie im Bass.

Der Resonanzboden-Steg

Das C. Bechstein System von Rippen und Resonanzboden wird wiederum vom Steg - der Verbindung zwischen Saiten und Resonanzboden - unterstützt. Die Saiten-Schwingungen werden über den Steg ohne Verlust in den Resonanzboden weitergeleitet. Durch die speziellen C. Bechstein Fertigungstechniken unterstützen die Stege die Schwingungen des Resonanzbodens. Der C. Bechstein Flügel-Steg besteht aus vertikal verleimten Schichten aus europäischem Ahorn. Das Stegdoppel - das ist die Kontaktfläche mit der Klang-Saite - ist aus massiver Weißbuche. Bei der Marke Bechstein bestehen Steg und Stegdoppel aus massiver Rotbuche.

Das Resonanzbodenlager – die Zarge

Die horizontal verlaufenden massiven Rotbuchen- und Mahagonischichten der Zarge bilden die Peripherie der Rast und erhöhen die Schwingungsübertragung. Der mit Rippen und Steg verleimte Boden darf sich während einer festgelegten Reifezeit entwickeln und wird, sobald er den gewünschten Spannungs- und Wölbungsgrad erreicht hat, auf das Resonanzbodenlager geleimt. Das Resonanzbodenlager, die Zarge, wird entsprechend der gewünschten Bodenwölbung so angepasst, dass die Resonanzbodenwölbung optimal unterstützt wird. Auch diese aufwendige Arbeitsweise unterstützt die Schwingungen des Bodens.

Die massive Flügelwand

Die Außenwand besteht aus kräftigen horizontalen und vertikalen Buchenschichten, die in ihre stabile Form verleimt werden. Diese ausgesuchten Harthölzer garantieren eine hohe Stabilität und optimale Begrenzung des Bodens.

Die Rastenspreizen

Rastenspreizen sind die massiven Streben unter einem Flügel, die die Rast stabilisieren. Das Kiefernholz für die Rastspreizen ist besonders ausgewählt. Bei C. Bechstein sind die Rastenspreizen durch Schwalbenschwanzverbindungen fest mit der Zarge verbunden und mit massiven Holzdübeln zusätzlich gesichert. Die Rastenspreizen laufen meistens an einer Stelle des Dammes zusammen, wo sie mittels einer eisernen Verbindung in Position gehalten werden und sich direkt gegen die gusseiserne Platte abstützen. So schließt sich der Energiekreislauf innerhalb des Klangkörpers.

Die Gussplatte

Die gusseiserne Platte hat einen wesentlichen Einfluss auf den Ton. C. Bechstein Gussplatten werden im aufwändigen Sandguss-Verfahren, nicht im preiswerteren Vakuum-Verfahren gegossen. Ein spezieller Kunstsand ermöglicht eine hohe Maßhaltigkeit der Gussplatte und ein optimales Profil der Querschnitte. Für unsere Klaviere und Flügel verwenden wir nur Platten mit hohen Schalldurchlaufzeiten. Die Gussplatte wird mit den Rastspreizen über eine Metallverbindung verbunden, um den Kraft- und Energiekreislauf zu schließen.

Der Diskant-Resonator

Im Diskantbereich der C. Bechstein Flügelmodelle B, C und D können die Spannungen der Gussplatte und der Zarge mit Hilfe des Metall-Resonators abgestimmt werden. So kann die Spannung des Resonanzbodens im Diskant fein justiert werden.  

Der Klangkörper

Den Klangkörper definiert C. Bechstein als eine Einheit bestehend aus dem Rasten (das stabile Rückgrat des Flügels, bestehend aus Zarge, Rastenspreizen, Damm und Wand), dem Resonanzboden, der Gussplatte und den Klangsaiten. Nach dem Verleimen werden Zarge und Wand über ein halbes Jahr gelagert. Hierdurch werden die durch die Verleimung entstandenen Spannungen langsam ausgeglichen. Diese Reifezeit durchlaufen bei C. Bechstein alle Instrumente. Nach Verleimen der Zarge mit dem Damm und den Rastspreizen sowie Umleimen mit der Wand wird zuletzt der Resonanzboden genau eingepasst und eingeleimt und damit stabil arretiert.

Spannung und Dauerhaftigkeit

Alle Teile des C. Bechstein Klangkörpers werden kontrolliert unter Spannung gesetzt, um den Resonanzboden in seiner Schwingungsfähigkeit zu unterstützen. Dies trägt zum vollen und farbigen Ton eines C. Bechstein Flügels bei. Der C. Bechstein Resonanzboden wird zum Rand hin etwas profiliert. Die Aussparungen für die Rippen, auch Taschen genannt, werden genauestens mit moderner CNC-Technik eingebracht, dies garantiert den Erhalt der Schwingungsenergie im Klangkörper-System. Unsere Fertigungstechnik, die Auswahl der Hölzer und die Reifezeiten innerhalb der Fertigung garantieren, dass diese fein dosierte Spannung über Jahrzehnte erhalten bleibt.