Ketil Bjørnstad

Bjørnstad studierte in Oslo, London und Paris klassisches Klavier. Bereits im Alter von 16 Jahren spielte er im Philharmonischen Orchester Oslo Bela Bartóks 3. Klavierkonzert. Später arbeitete er genreübergreifend mit Musikern im Jazz- und Rockbereich.   1972 debütierte Bjørnstad als Schriftsteller mit dem Lyrikband „Alene ut“. Er hat seitdem 32 Bücher veröffentlicht, vor allem Romane, aber auch Lyriksammlungen und Essays. In Deutschland wurde er mit seinen Romanbiografien über Edvard Munch (1995) und Edvard Grieg (1998) bekannt. Sein Roman „Vindings Spiel“ stand 2006 auf der Belletristik-Bestsellerliste des Magazins „Der Spiegel“. Es war der erste Roman einer Trilogie, deren zweiter Band auf Deutsch 2009 unter den Titel Der Fluss erschien und 2010 mit Die Frau im Tal abschloss.  

Anlässlich seines 60. Geburtstags veröffentlichte ECM im April 2012 quasi den „Soundtrack“ zur Romantrilogie, den Bjørnstad auf einem C. Bechstein-Flügel einspielte.

 

Foto © Nina Djerff

Ketil Bjørnstad improvisiert nordische Weiten

Ulrich Steinmetzger brachte es in der Thüringer Allgemeinen auf den Punkt: „Mit seiner neuen Doppel-CD ,Vinding's Music. Songs From The Alder Thicket’ gelang Ketil Bjørnstad schmeichlerisches Ohrenfutter und herbstliche Zwischenbilanz eines Pianistenlebens.“Bjørnstad zählt zu den wenigen großen Doppeltalenten, die gleichermaßen als Schriftsteller wie Musiker erfolgreich sind. Mit der teilweise autobiografischen Romantrilogie um den jungen Klavierstudenten Aksel Vinding ließ er sich als Autor von seinen musikalischen Erfahrungen inspirieren. Anlässlich seines 60. Geburtstags veröffentlichte ECM im April 2012 nun quasi den „Soundtrack“ zur Romantrilogie.Auf der zweiten CD finden sich Werke von Mozart, Debussy, Rachmaninow, Chopin, Ravel, Beethoven und Barber, die in den Büchern eine Rolle spielen und bei einem von Bjørnstad initiierten Konzert aufgezeichnet worden sind. Das Besondere der Veröffentlichung ist allerdings die erste CD, die der norwegische Schriftsteller, Lyriker, Komponist und Pianist solo am C. Bechstein Flügel C 234 in Pettersens Kolonial Lydstudio in Hønefoss aufgenommen hat.Ketil Bjørnstads Improvisationen verzichten auf jedwede Virtuosität. Die Musik ist überwiegend ruhig, meditativ. Die Melodien lassen die weiten Landschaften des hohen Nordens aufscheinen. Gern nutzt Bjørnstad auch den lichten Diskant des Bechstein-Flügels. Und was der Norweger hier an bezaubernden Piano- und Pianissimo-Klängen aus dem Instrument kitzelt, das ist beeindruckend. Ulrich Steinmetzger hat Bjørnstad trefflich als einen „Klavierflüsterer“ bezeichnet. Seine Musik braucht kein Fortissimo, um gefangen zu nehmen.

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